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Vom Fahrzeuglackierer zum Arbeitspädagogen – wie Saber Meguidi im Berufsförderungswerk Frankfurt seine Berufung fand

Saber Meguidi strahlt Ruhe und Klarheit aus – Eigenschaften, die man bei jemandem, dessen Weg so viele Wendungen hatte, nicht unbedingt erwartet. Er begann seine berufliche Laufbahn als Fahrzeuglackierer – heute ist er Standortleiter einer AWO-Werkstatt und leitet zusätzlich den Bereich Garten- und Landschaftsbau. Doch der Weg dahin war alles andere als gerade.

Gesundheitliche Probleme und Zukunftsängste: Zwei Gründe, die ihn dazu bewegten, sich neu zu orientieren.

„Nach den beiden Leistenoperationen war ich körperlich einfach nicht mehr belastbar“, erzählt Meguidi. Hinzu kam, dass sein Vater, der ebenfalls Fahrzeuglackierer war, aufgrund der gesundheitlichen Belastung durch den Job früh verstorben ist. „Ich hatte einfach Angst – ich wollte auf keinen Fall, dass mir das Gleiche passiert.“ Sein Hausarzt war es schließlich, der ihn zur beruflichen Neuorientierung ermutigte und mit dem er gemeinsam den Antrag bei der Rentenversicherung stellte.

Die erste Station auf seinem Weg war eine Qualifizierung als Technischer Produktdesigner an der SRH Heidelberg im Rahmen der beruflichen Rehabilitation. Schnell wurde ihm jedoch klar, dass er sich in diesem Beruf nicht wohlfühlte, es fehlten die sozialen Kontakte. Also brach er ab und machte sich auf die Suche nach einer neuen Ausrichtung für seine berufliche Zukunft.

In dieser Phase erinnerte er sich an prägende Erfahrungen aus seinem privaten Umfeld: Seine Schwester lebt mit einer geistigen Beeinträchtigung, was ihn schon früh in Kontakt mit gesetzlicher Betreuung und der Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung brachte. Diese Einblicke hatten ihn tief bewegt – und sie weckten sein Interesse an der sozialen Arbeit. Er suchte nach Möglichkeiten für die Qualifizierung zum Arbeitspädagogen. So wurde er auf das Berufsförderungswerk Frankfurt (BFW) aufmerksam, das die Möglichkeit bot, eine Qualifizierung in diesem Berufsbild zu machen.

Hier absolvierte er zunächst ein weiteres Assessment sowie eine Reha-Vorbereitung und startete im Anschluss direkt in die Qualifizierung. „Der Start verbunden mit der Unterbringung im Internat des BFW war ehrlich gesagt nicht leicht für mich“, gibt Meguidi offen zu. „Aber im Nachhinein war es genau das Richtige. Ich habe die Sportangebote genutzt, meine Mathe- und Deutschkenntnisse verbessert und vor allem gemerkt: Hier will man wirklich, dass du ankommst.“ Besonders der individuelle Zuschnitt des Programms und das engagierte Team vor Ort halfen ihm, seinen Weg zu finden.

„Es war nicht leicht, wieder Unterricht zu haben und zu lernen.“, erinnert er sich. „Und es gab auch einige Situationen, in denen ich dachte, dass ich es vielleicht nicht schaffe.“

So zum Beispiel während seiner Zeit in der BHW Wetterauer Werkstatt in Ockstadt. Dort war es eine anspruchsvolle Phase, die ihn forderte, aber auch formte. Die praktischen Erfahrungen dort trugen entscheidend dazu bei, seinen Berufswunsch zu festigen und seine berufliche Haltung weiterzuentwickeln.

Besonders dankbar ist er für die Begleitung durch das Team der Reha- und Integrationsmanager (RIM) und den Sozialen Dienst im BFW – insbesondere Ramon Gebert, der ihn in dieser Phase intensiv betreute und unterstützte. „Ohne diese Hilfe hätte ich es nicht geschafft“, sagt Meguidi rückblickend. „Sie haben mich gesehen, mir zugehört und mir immer wieder Mut gemacht.“

In der betrieblichen Phase der Qualifizierung arbeitete er erneut in einer Werkstatt der AWO. Dort überzeugte er durch fachliche Kompetenz, Einfühlungsvermögen und klare Haltung – und wurde nach seinem Abschluss auch direkt in eine feste Anstellung übernommen.

Es dauerte gar nicht lange, bis man ihm die Leitung der Einrichtung anbot. „Ich war erst zögerlich“, erinnert er sich. „Das bedeutete eine große Verantwortung. Aber ich wusste: Das war die Chance, Dinge zu verändern und zu bewegen.“

Seit zwei Jahren leitet Saber Meguidi nun die Werkstatt – mit Herz, Struktur und einem klaren Werteverständnis. „Ich habe gelernt, dass es nicht nur darum geht, was du arbeitest – sondern warum. Für mich ist das Sinnstiftende das Wichtigste. Ich will Menschen helfen, ihren Platz zu finden. Genau wie ich meinen gefunden habe.

Simone Thate · 06101 400-283

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