Reha-KomIn®
Reha- und Integrationsmanagement
Das marktorientierte Reha- und Integrationsmanagement steuert den individuellen Integrationsprozess des behinderten Menschen durch Verzahnung aller zur Integration erforderlichen Leistungen in Zusammenarbeit zwischen behindertem Mensch, Reha-Träger, Unternehmen und den Leistungsbereichen des Berufsförderungswerkes im Abgleich mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Grundsätze
Die nachhaltige Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft erfordert die Individualisierung des Reha- und Integrationsprozesses.
Im Rahmen dieses individualisierten Prozesses ist eine Beziehungskontinuität zwischen behindertem Mensch dem Reha-Träger und dem Berufsförderungswerk erforderlich.
Für den behinderten Menschen geht es letztlich darum, bei Wahrung seiner Selbstverantwortung, auf seinem individuellen Reha- und Integrationsweg professionell unterstützt zu werden.
Für die Reha-Träger in den jeweiligen Marktbereichen geht es zur Sicherung der spezifischen Bedarfssituationen um eine personell stabile und verantwortliche Verbindung zum Berufsförderungswerk. Basis ist dabei die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen der Abstimmung und Transparenz zur Leistungserbringung für den einzelnen behinderten Menschen.
Der Anspruch behinderter Menschen auf individuelle Ausrichtung ihres Integrationsweges bedingt dementsprechend einen Handlungs- und Organisationsrahmen, der die Steuerung des gesamten Reha- und Integrationsprozesses nach innen und außen in die Verantwortung eines kompetenten Prozesssteuerers des Berufsförderungswerkes legt.

Diese Steuerung muss ausgehend von den Kriterien des International Classification of Impairment, Disability and Health (ICF) die individualisierte Auswahl integrationsorientierter Leistungen (job-fit, social-fit, brain-fit, market-fit und health-fit) im Dialog mit dem behinderten Menschen auf der Basis der aktuellen Bedarfe des Arbeitsmarktes und des individuellen Kompetenzprofils beinhalten.
Das vor diesem Hintergrund erforderliche Integrationsmanagement nutzt die fachliche Leistungsfähigkeit des interdisziplinären Reha-Teams in einer den jeweiligen Individualisierungserfordernissen angepassten bedarfsorientierten Art und Weise.
Die Erfüllung dieses komplexen Aufgabenbereiches unter der Zielstellung
- der Marktorientierung in Bezug auf die differenzierten Anforderungen der Reha-Träger
- des individualisierten Prozessmanagements für den behinderten Menschen
erfordert also zwingend ein professionelles Integrationsmanagement als
hauptverantwortliche Prozesssteuerung auf dem Weg zu einer nachhaltigen
Integration des einzelnen behinderten Menschen.
Kernaussage
Das marktorientierte Integrationsmanagement steuert den individuellen
Integrationsprozess des behinderten Menschen durch Verzahnung aller zur
Integration erforderlichen Leistungen in Zusammenarbeit zwischen behindertem
Mensch, Reha-Träger, Unternehmen und den Leistungsbereichen des
Berufsförderungswerkes im Abgleich mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Umsetzungsleitlinien
- Das Integrationsmanagement ist marktorientiert organisiert. Nur so kann den sich verändernden und differenzierten Nachfragesituationen der Reha-Träger mit ihren individuellen Anliegen optimal entsprochen werden. Deshalb sind die Integrationsmanager/Integrationsmanagerinnen über den gesamten Zeitraum des Reha- und Integrationsprozesses die verantwortlichen Ansprechpartner für die Reha-Träger und den behinderten Menschen. Der Kontakt zwischen Reha-Trägern und Integrationsmanagern gestaltet sich standardisiert zu festgelegten Zeitpunkten und bedarfsorientiert zu jeder Zeit auf Wunsch der Beteiligten.
- Die Integrationsmanager/Integrationsmanagerinnen organisieren, strukturieren und steuern hauptverantwortlich den individuellen Integrationsweg des behinderten Menschen.
- Das marktorientierte Integrationsmanagement liefert begründete und nachvollziehbare Vorschläge für den Integrationsweg des behinderten Menschen, die letztliche Entscheidung liegt beim Reha-Träger.
- Kernpunkt des Steuerungsprozesses ist die aus der ganzheitlichen Betrachtung des behinderten Menschen individuell zugeschnittene und integrationsfördernde Auswahl von Leistungen zum Abbau individueller Integrationshemmnisse und der Weiterentwicklung vorhandener Kompetenzen.
- Die Integrationsmanager identifizieren die für die Integration des behinderten Menschen individuell notwendigen Leistungsbereiche in Abstimmung mit den Lernunternehmen und Besonderen Hilfen und sichern deren Organisation. Die jeweilige Leistungserbringung erfolgt eigenverantwortlich in den entsprechenden Leistungsbereichen.
- Die Buchung einzelner Leistungen oder Leistungspakete erfolgt durch ein DV-gestütztes Buchungssystem. Dieses System beinhaltet den gesamten Leistungskatalog der einzelnen Bereiche mit Beschreibung der inhaltlichen, organisatorischen und kapazitativen Rahmenbedingungen der Angebote.
- Als Prozesssteuerer bearbeiten die Integrationsmanager keine inhaltlich fachlichen Fragestellungen der behinderten Menschen. Sie kooperieren ohne Weisungsbefugnis mit allen Leistungsbereichen des Berufsförderungswerkes mit dem Ziel gemeinsam getragene Lösungen zu finden.
- Die Arbeit des interdisziplinären Reha-Teams wird im Rahmen einer standardisierten Bereichskommunikation koordiniert und nach den individuellen Bedarfen des behinderten Menschen ausgerichtet.
- Die nachhaltige Integration des behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt ist das entscheidende Erfolgskriterium. Dies bedeutet, dass die Integrationsmanager durch Zuarbeit aus allen anderen Leistungsbereichen nicht die alleinige, aber die Hauptverantwortung für die Integration der behinderten Menschen tragen.
- Mit dem Controllinginstrument Profiling als individuellem Integrationsplan (ICF basiert) fasst der Integrationsmanager die vorhandenen Daten und Ergebnisse, die in anderen Leistungsbereichen oder Stellen erhoben wurden, zusammen, systematisiert diese und strukturiert darauf aufbauend den weiteren Reha- und Integrationsprozess.
- Auf der Grundlage des Startprofilings (Grundlage sind die ICF-Kriterien) werden die individuelle Situation und die notwendigen Förderbedarfe des behinderten Menschen mit Blick auf seine Integration deutlich. Die Fortschreibung des Startprofilings in das kontinuierliche Prozessprofiling zeigt dann im Rahmen des Controllings, welche Leistungen wann und in welcher Form für die Integration notwendig sind.
- Das Controllinginstrument Arbeitsmarktportal sichert die Information über Bewerbungsaktivitäten des behinderten Menschen und die dazu erforderliche asynchrone Kommunikation der Leistungsbereiche des Berufsförderungswerkes sowie mit den behinderten Menschen.
- Das System bereit® und die Arbeitsplatzakquise des Berufsförderungswerkes strukturieren die individuelle Arbeitsmarktorientierung und bieten dem Integrationsmanagement die Möglichkeit zum Abgleich zwischen Bewerberprofil und der Nachfrage am Arbeitsmarkt.
- Nach Maßnahmeende zeigen die Integrationsmanager/Integrationsmanagerinnen, wenn erforderlich, weiterführende (regionale) Aktivitäten und Alternativen für den Weg in die Integration auf.
Hier die Informationen zum Ausdrucken:
Information Reha- und Integrationsmanagement und
Broschüre


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