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Beispiel: Hubert Lontzek

Arbeitsplatz erhalten durch Case-Management
Trotz schwerer Erkrankung: „Brummi-Fahrer“ bleibt am Steuer

Für Hubert Lontzek, seit über 25 Jahren leidenschaftlicher „Brummi-Fahrer“ bei Schröder GmbH & Co. KG im rheinland-pfälzischen Ebernhahn brach die Welt zusammen, als er seine Diagnose von den Ärzten gestellt bekam: Aufgrund einer schweren Erkrankung würde er keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr ausüben können! Künftig würde ihm das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg sowie das Arbeiten in bestimmten Haltungen nicht mehr möglich sein.

Hubert LontzekAls LKW-Fahrer, meist für Fliesen und Keramik, war Lontzek aber auf seine körperliche Unversehrtheit angewiesen. „Ich musste schon des Öfteren beim Ein- und Ausladen kräftig zupacken. Das war bisher kein Problem für mich. Seit meiner Erkrankung hat sich aber schlagartig alles geändert und natürlich kam zu den gesundheitlichen Einschränkungen jetzt auch noch die Angst um den Arbeitsplatz“, so Hubert Lontzek. Was tun? Zunächst absolvierte Lontzek medizinische Rehabilitationsmaßnahmen, die auch aufgrund seiner aktiven Mitarbeit zur Stabilisierung und sogar zur Leistungssteigerung seines Gesundheitszustandes führten. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um Hubert Lontzek wieder in seiner gewohnten Tätigkeit einzusetzen. „Ich wollte auf jeden Fall Brummi-Fahrer bleiben und wandte mich an die Landesversicherungsanstalt Hessen. Diese beauftragte dann das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main, im Rahmen des Case-Managements eine betriebliche Eingliederung durchzuführen.“

Gemeinsam Lösungen suchen

Zusammen mit der Disability-Managerin des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main fanden zu-nächst umfassende Gespräche statt, um den aktuellen Stand seiner gesundheitlichen Situation sowie seiner Einsatzgebiete bei Schröder GmbH abzuklären. Als nächstes stand der Kontakt zum Arbeitgeber an, um gemeinsam nach Alternativen zum bisherigen Einsatzgebiet von Hubert Lontzek zu suchen – und diese schließlich auch zu finden. In Lontzeks Fall war das ein Kleintransporter, hier konnte er unmittelbar nach Beendigung seiner medizinischen Reha eingesetzt werden, denn lange Fahrten fielen hier nicht an. Langfristig sollten aber auch wieder lange Fahrten mit dem LKW möglich sein. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber entwickelte die Disability-Managerin daher Strategien zum dauerhaften Arbeitsein-satz von Hubert Lontzek. „Ich bekam einen orthopädischen Sitz in meinen LKW eingebaut und mein Arbeitgeber änderte meinen Kundenkreis so ab, dass ich nicht mehr für die schwere Entladung des LKW´s zuständig bin. Jetzt muss ich lediglich die Plane des LKW´s zur Seite schieben. Den Rest erledigen die Kunden selbständig. Ich bin überglücklich, dass ich meinen Job als LKW-Fahrer bei Schröder behalten konnte“, freut sich Hubert Lontzek.

Das die Zusammenarbeit zwischen Lontzek, der Disability-Managerin und der Schröder GmbH & Co. KG so gut geklappt hat, hat mit dem Engagement des Unternehmens zu tun, die Gesundheit seiner Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten. So werden beispielsweise orthopädische Sitze eingesetzt und modernste technische Hilfsmittel, um schon im Vorfeld Bandscheibenproblematiken und andere Erkrankungen des Gelenkapparates zu verhindern oder zumindest einzuschränken.

Case-Management: Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter

Case-Management zielt auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfall ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können. In solchen Situationen besteht für Arbeitgeber die Gefahr, langjährige qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren, für die betroffenen Mitarbeiter droht der krankheitsbedingte Arbeitsplatzverlust. Der Case-Manager übernimmt die Kontakte zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, klärt mit den behandelnden Ärzten die gesundheitliche Situation sowie Förderbedarfe orientiert am individuellen Potenzial, nimmt bei Bedarf Kontakt zur Agentur für Arbeit, zum Rentenversicherungsträger und zum Integrationsamt auf. Gemeinsam werden Möglichkeiten und Vorschläge erarbeitet, um die Gesundheit und den Arbeitsplatz der Betroffenen zu erhalten. Sollte beim derzeitigen Arbeitgeber die Erhaltung des Arbeitsplatzes nicht mehr möglich sein, wird nach Alternativen gesucht, wie zum Beispiel eine behindertengerechte Vermittlung bei einem anderen Arbeitgeber.

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