Berufsförderungswerk Frankfurt am Main

Kompetenz für Integration

Reha-KomIn®

Reha- und Integrationsmanagement

BFW-Absolventen präsentieren ihren Weg...

Oft motivieren praktische Beispiele mehr als alle Theorie. Deshalb präsentieren hier Absolventen ihren persönlichen Weg.

Mit Motivation und viel Eigeninitiative zum neuen Job

Kerstin Ihle (45) aus Erzhausen hat eine bewegte berufliche Laufbahn hinter sich. Die gelernte Verlagskauffrau arbeitete in den 80iger Jahren zunächst in der Anzeigenabteilung des Deutschen Fachverlages der Textilwirtschaft. 1990 ergriff sie die Chance und wechselte in die Finanzanzeigenabteilung des Handelsblatts wo sie bis 2002 tätig war.

Kerstin Ihle Im Sommer 2002 wurde die Anzeigenabteilung wieder in die Hauptstelle nach Düsseldorf verlegt. Durch familiäre Umstände konnte sie dem Wunsch des Handelsblatts, mit nach Düsseldorf zu ziehen, nicht entsprechen.

Kerstin Ihle schrieb viele Bewerbungen um wieder als Verlagskauffrau Fuß fassen zu können, jedoch ohne Erfolg. Zwischenzeitlich ergab sich eine Alternative als Verkäuferin in Teilzeit bei einem Supermarkt, da in der Verlagsbranche ein wirtschaftlicher Einbruch erfolgte und die Chance auf einen schnellen beruflichen Widereinstieg in der Verlagsbranche weiter sank.
Ohne zu zögern nahm sie diese Stelle an, denn als alleinerziehende Mutter war sie zudem gezwungen, ihre Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche zu reduzieren.

„Auch wenn diese Tätigkeit nicht meinem Traumberuf entsprach, habe ich mich dennoch damit arrangieren können,“ erinnert sich Kerstin Ihle.

Im Einzelhandel Fuß gefasst, ergab sich dann die Möglichkeit als Teilzeitkraft in der ortsansässigen Bäckerei zu arbeiten. „Das war praktisch, denn ich konnte nach getaner Arbeit schnell nach Hause zu meinem Sohn. Nach zirka einem Jahr machten sich bei mir jedoch gesundheitliche Problematiken bemerkbar, die durch das lange Stehen und Laufen entstanden. Die Symptome in meinen Beinen verschlimmerten sich, sodass ich nach unzähligen Behandlungsversuchen meines Orthopäden mich letztlich einer Operation unterziehen musste.“

Nach einer medizinischen Reha erhielt sie dann die Nachricht, dass sie keine dauerhaften Tätigkeiten im Stehen mehr ausüben darf. Noch während ihrer Kur nahm Kerstin Ihle Kontakt zu Ihrem Reha-Träger, der Deutschen Rentenversicherung Bund auf und stellte einen Antrag auf berufliche Teilhabe am Arbeitsleben.

„In Gesprächen mit meiner Reha-Beraterin und durch Internetrecherchen entschied ich mich dann für die Just-in-Time Qualifizierung zur kaufmännischen Assistentin im Berufsförderungswerk Frankfurt am Main. Das war eine gute Entscheidung“, lacht Kerstin Ihle.

Mitte 2009 begann die zehnmonatige Qualifizierung, die mit einer viermonatigen betrieblichen Phase abschloss.

„In der sechsmonatigen Qualifizierung haben wir ein kaufmännisches Basiswissen erlernt. Natürlich kann man in einem halben Jahr keinen kompletten Stoff lernen, der während einer zweijährigen Ausbildung den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelt wird, aber wir haben einen guten Einblick erhalten. Besonders hat mir PowerPoint gefallen und auch das Bewerbungstraining hat mir sehr weitergeholfen. Unsere Ausbilder/-innen gaben uns gute Tipps, wie man in einem Bewerbungsgespräch Erfolge erzielt, denn in der heutigen Zeit ist es fast normal, dass man unzählige Bewerbungen schreiben muss, bis man erfolgreich ist. Wichtig ist, die Absagen nicht persönlich zu nehmen und sich nicht entmutigen zu lassen,“ so Kerstin Ihle.

Ihre betriebliche Phase absolvierte Kerstin Ihle im Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. „Die Arbeit dort hat mir sehr gut gefallen, jedoch wurde ich leider nicht direkt übernommen, da Umstrukturierungsmaßnahmen anstanden.“

Aber nun wendete sich das Blatt, denn ihre Schwester gab ihr den entscheidenden Tipp, dass im Regionalen ServiceCenter VR-Banken Rhein-Main e.G. Mitarbeiter gesucht werden. Um diese Option nutzen zu können, gewährte die Deutsche Rentenversicherung Bund, nach Rücksprache mit ihrer Integrationsmanagerin des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main, eine Verlängerung ihrer Maßnahme um weitere drei Monate.

Das RSC übernimmt Dienstleistungen für Volks- und Raiffeisenbanken der Region. Es bündelt unter Einsatz von technischer Performance gemeinsame Dienstleistungsprozesse und erzielt somit effizientere Strukturen.

„Ich bewarb mich um einen Praktikumsplatz und habe ihn auf Anhieb erhalten!“ Als ich dann nach Beendigung des Praktikums übernommen wurde, war die Freude groß.“

Seit Herbst 2010 ist Kerstin Ihle mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen für die komplette Pfändungsbearbeitung verantwortlich – von der Sperrung der Konten und Karten über die Erteilung von Zahlungen bis hin zur Freigabe gesperrter Konten. An ihrem neuen Arbeitsplatz fühlt sie sich sehr wohl, denn nicht nur ihre Aufgaben sind abwechslungsreich, sondern auch das Betriebsklima stimmt.

„Motivation und Eigeninitiative sind in der heutigen Zeit ganz wichtig, um beruflich vorwärts zu kommen. Wer sich auf neue berufliche Herausforderungen einlassen kann und sich nicht entmutigen lässt, hat auch trotz gesundheitlicher Einschränkungen gute Chancen auf einen Arbeitsplatz, der einem Spaß macht,“ möchte Kerstin Ihle ihren Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben.

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