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Reha- und Integrationsmanagement
BFW-Absolventen präsentieren ihren Weg...
Oft motivieren praktische Beispiele mehr als alle Theorie. Deshalb präsentieren hier Absolventen ihren persönlichen Weg.
Kerstin Dommershausen (47) musste ihren Beruf als Altenpflegerin nach einer schweren Erkrankung aufgeben. Im BFW bekam sie eine neue Chance und wurde zur Kauffrau im Gesundheitswesen qualifiziert. Wie der Zufall es wollte, fand sie dadurch in ihrem Heimatort in ihrer Stamm-Apotheke eine neue berufliche Zukunft.
„Vor drei Jahren sah die Welt noch ganz anders aus“, erinnert sich Kerstin Dommershausen mit spürbarer Erleichterung. Damals hatte sie fast den Lebensmut verloren, als eine schwere Krebserkrankung sie zwang, nach 25 Jahren ihren erlernten Beruf als Altenpflegerin aufzugeben. Mehrere bösartige Tumore wurden ihr herausoperiert, zahlreiche Chemotherapien und Bestrahlungen hat sie hinter sich. Das hinterließ Spuren: „Die Angst ist immer da. Das schwere Heben im Altenheim,
jeden Tag mit dem Thema Tod zu tun haben – das wollte ich nicht mehr“, so Kerstin Dommershausen. Nach ihrer medizinischen Rehabilitation bekam sie durch ihre Rentenversicherung die Chance, eine Qualifizierung im BFW Frankfurt am Main zu machen. Damals hatte sie den Kopf nicht frei für neue berufliche Ideen, ging mit viel Skepsis an die Sache. „Der Computer ist nicht mein Freund“, waren ihre Bedenken.
Doch im RehaAssessment-Center kam sie Schritt für Schritt ihren Fähigkeiten auf die Spur, bis ihr der Beruf der Kauffrau im Gesundheitswesen empfohlen wurde. Schon nach einer Woche habe sie überrascht gemerkt: „Das Lernen hat mir wieder Spaß gemacht, Inhalte wurden aufgefrischt.“ Dass sie nicht bei Null anfangen musste, sondern auf Erfahrungen aus ihrem früheren Beruf zurückgreifen konnte, habe sie motiviert, erinnert sich Dommershausen. Zu der einjährigen Theorie kam bei ihr als spezielles Angebot eine zehnmonatige betriebliche Phase. „Lernorte“ heißt dieses Konzept des BFW, bei dem die Rehabilitanden sich rasch im Berufsleben bewähren und sich vor Ort gezielt für ihre künftige Tätigkeit qualifizieren können. Kerstin Dommershausen hatte dabei besonderes Glück. Als sie nach einem Praktikumsplatz suchte, unterhielt sie sich darüber in ihrer Heimatstadt Schwalmstadt mit einem Apotheker, den sie bereits seit ihrer Kindheit kannte. Wie es der Zufall wollte, bot er ihr spontan ein Praktikum an. Dommershausen war fortan für den Einkauf und das Warenlager zuständig. Als examinierte Altenpflegerin darf sie auch Medikamente stellen und kommt so regelmäßig auch in Altenheime. Das erinnere sie an früher, aber „mit Abstand“ sei das zu ertragen. Die Anstellung von Kerstin Dommershausen war für den Inhaber der Apotheke besonders interessant, da er nun eine neue Dienstleistung anbieten konnte. Die Apotheke beliefert einige Altenheime und Kerstin Dommershausen kann neben ihren anderen Tätigkeiten auch die Bestückung der Tabletten-Wochendosetts für alte Menschen übernehmen. Durch ihren früheren Beruf als Altenpflegerin ist sie dazu berechtigt.
Die 47-Jährige hat inzwischen ihre Prüfung erfolgreich abgeschlossen und ist seit Juni 2010 fest in der Stadtapotheke Schwalmstadt angestellt. Sie ist im Rückblick immer noch darüber erstaunt, wie sie ihre Lebenskrise so gut meistern konnte. Dankbar sei sie vor allem den Mitarbeitern des BFW, erzählt sie. Sie habe „Unterstützung ohne Ende“ erhalten: Psychologen, Ausbilder und Integrationsmanager haben ihr zur Seite gestanden. Dabei habe man sie zunächst sogar noch in ihrem Eifer bremsen müssen, denkt Dommershausen zurück. Ihr sei zu Beginn der Qualifizierung rasch klar geworden: „So eine Chance krieg‘ ich nie wieder – es geht nicht ohne Motivation.“ Auch die sehr straff gestaltete theoretische Qualifizierung im BFW habe sie gefordert – aber immer mit dem Ziel einer zweiten Chance vor Augen. Das sei anstrengend gewesen, räumt sie ein, auch der Sprung ins kalte Wasser der Praxis sei gleich mit viel Verantwortung verbunden gewesen, „aber ich habe auch viel gefragt und bekam viel Unterstützung vom Team in der Apotheke.“
Im Nachhinein findet sie das Konzept der Lernorte „richtig super“, lobt Dommershausen. Es funktioniere auch, weil die Mitarbeiter des BFW zu ihr auch am Arbeitsplatz ständig Kontakt hielten, sei es durch Praktikumsbesuche oder per E-Mail. „Die haben sich schwer dahintergeklemmt“, erzählt sie begeistert. Deshalb könne sie anderen, die jetzt wie sie einst in einer Lebenskrise stecken, nur Mut machen, nicht aufzugeben, sondern die Chance zu nutzen, noch einmal etwas Neues zu wagen.









