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Profiling für eine integrationsorientierte und individualisierte berufliche Rehabilitation
Ergebnispräsentation des Evaluationsverfahrens von Prof. Dr. Joachim Thomas, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Bad Vilbel, 16. Januar 2012
Mit der Einführung des neuen Reha-Modells, welches sehr explizit die berufliche Integration in den Vordergrund der täglichen Arbeit in den Berufsförderungswerken stellt, wird die individuelle Planung und Steuerung von Integrationswegen jeder Teilnehmerin/jedes Teilnehmers auf Basis eines Kompetenzprofils unter Berücksichtigung von Stärken und Schwächen besonders bedeutsam. Daher war es notwendig, ein geeignetes Profiling-System zu entwickeln, welches den geänderten Anforderungen und Rahmenbedingungen entspricht.
Infolgedessen beauftragten im Frühjahr 2009 die Berufsförderungswerke Frankfurt am Main, Thüringen und Hamburg die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt unter Projektleitung von Prof. Dr. Joachim Thomas mit der Entwicklung eins integrationsorientierten Profiling-Systems. Ziel dieses Systems ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Stärken und Entwicklungsbedarfe einschätzen zu können. Dies ist die Grundlage für die Bestimmung und Planung von Integrationswegen und damit verbunden von einer individuell abgestimmten Förderung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Das Profiling-System wurde im Sommer 2010 verbindlich in den genannten Berufsförderungswerken eingeführt. Den Schlüsselkompetenzen (Sozialkompetenz, Leistungs- und Gesundheitskompetenz, Arbeits- und Selbstmarketingkompetenz) wird hier eine gegenüber den Fachkompetenzen gleichrangige Bedeutung eingeräumt. Weiterhin können im Profiling-System auch Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfasst werden, die sie im Laufe ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit erworben haben. In Kombination mit neu erworbenen Kompetenzen können diese wirksam vermittlungsorientiert genutzt werden.
Im Sommer 2011 folgte die Evaluation des Systems. Dabei wurden insgesamt 425 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die mit dem Profiling-System arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BFWs befragt. Die Befragung setzte sich unter anderem mit dem Anamnesebogen (Aufnahmebogen) auseinander, sie erörterte die Gespräche zwischen Teilnehmer/-innen und Reha- und Integrationsmanager/-innen sowie den verantwortlichen Mitarbeiter/-innen im RehaAssessment® und befasste sich ausführlich mit dem Thema der Selbst- und Fremdeinschätzung der vorhandenen und erworbenen Schlüsselkompetenzen.
Die Ergebnisse des Evaluationsverfahrens wurden von Prof. Dr. Joachim Thomas am 16. Januar 2012 den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BFWs im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung präsentiert. Maria Klink, stellvertretende Geschäftsführerin sowie Geschäftsbereichsleiterin Integration und Märkte führte durch den aufschlussreichen Nachmittag.
Die Befragung zum Anamnesebogen (Aufnahmebogen) erbrachte durchweg positive Ergebnisse. So waren mehr als 90% der Befragten der Auffassung, die Fragen des Bogens verstanden und korrekt ausgefüllt zu haben. Der zeitliche Aufwand lag im Durchschnitt bei ca. 30 Minuten und somit im zumutbaren Rahmen.
Weitere Fragen bezogen sich auf die Gespräche zwischen der Teilnehmerin/dem Teilnehmer und der/dem Reha-und Integrationsmanager/-in bzw. der/des verantwortlichen Mitarbeiter/-s/-in im RehaAssessment®. Die Befragten waren dabei weitaus überwiegend der Auffassung, dass in den Gesprächen mit der/dem Reha-und Integrationsmanager/-in ausreichend Zeit war, um die wesentlichen Belange zu besprechen. Dabei erlebten die Befragten fast ausnahmslos (> 95%) den Umgang mit ihnen als freundlich und respektvoll. 85% der Befragten fühlten sich im Anschluss gut verstanden.
Die Fremd- und Selbsteinschätzungen der Schlüsselkompetenzen im Rahmen des Profilings waren für die Teilnehmer/-innen nicht immer vollständig, aber dennoch weitgehend nachvollziehbar. In weniger als 10% der Fälle gaben die Befragten an, die Einschätzungen seinen nur zum Teil oder nicht nachvollziehbar. Dementsprechend war auch mit mehr als 85% der Teilnehmer hinsichtlich der vereinbarten Ziele und Maßnahmen des Integrations- und Förderplans Übereinstimmung zu erzielen. Auch war die überwiegende Mehrheit (ca. 77%) der Auffassung, der Förder- und Integrationsplan gäbe ihnen eine wichtige Orientierung und sei sinnvoll. Weiterhin konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im offenen Bereich spezifische Kommentare und Anregungen zum Profiling-System abbilden. Diese Ergebnisse werden genutzt, um das Profiling-System noch effizienter und kundenfreundlicher zu gestalten. Entsprechende Maßnahmen dazu wurden bereits eingeleitet und umgesetzt.
Der durchweg positive Gesamteindruck bestätigte die Implementierung des handhabbaren Profiling-Systems. Schnell fand es bei Reha-Trägern und in der Landschaft der Berufsförderungswerke anerkennende Beachtung, sodass sich inzwischen weitere Berufsförderungswerke dem Entwicklungsprojekt angeschlossen haben.









