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Das BFW Frankfurt
PRESSE-MITTEILUNG
Der Integration behinderter Menschen verpflichtet – Hartmut Fuchs ist neuer Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main (BFW)
Der neue Leiter der Bad Vilbeler Reha-Einrichtung erwartet für den kommenden Aufschwung einen Fachkräfte-Mangel. Das sei eine Chance, um die Absolventen des Berufsförderungswerkes auf eine Zukunft im ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Intern steht beim BFW ein demographischer Wandel an, da viele Mitarbeiter bereits seit der Gründungszeit des BFW dort beschäftigt sind.
Bad Vilbel, 06. Februar 2010
Auf Kontinuität setzt das Berufsförderungswerk Frankfurt nach dem Weggang des Gründungs-Geschäftsführers Manfred Thrun, der die Geschicke des BFW seit 1972 leitete und im Dezember in den Ruhestand ging. Auch für seinen Nachfolger Hartmut Fuchs ist die Integration behinderter Menschen eine Lebensaufgabe. Der 56-jährige Diplom-Pädagoge ist seit mehr als 33 Jahren in der beruflichen Rehabilitation tätig. Im BFW stellte er seit Mitte der 90er Jahre als Abteilungsleiter die Weichen in den Bereichen Unternehmensentwicklung, sowie Personal, Finanzen und Infrastruktur. Dabei hatte er auch den schmerzlichen Einschnitt zu bewältigen, als 2004 mit der SGB II-Reform ein dramatischer Rückgang der Reha-Maßnahmen zu verzeichnen war.
„Der Integration behinderter Menschen verpflichet! Diese Aussage bildet das Fundament und die Motivation meiner strategischen Ausrichtung als Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main“, betont Fuchs. Um der mit dieser Position verbundenen Verantwortung, gerade in Zeiten des Umbruchs, für jeden einzelnen behinderten Menschen, gerecht zu werden, müsse das BFW in den nächsten Jahren die damit verbundenen Herausforderungen meistern.
Die Potentiale der behinderten Menschen aktivieren
Im Mittelpunkt stehe dabei die verstärkte Kooperation mit den Reha-Trägern, aber auch mit den Unternehmen, um sowohl die Qualität als auch die Zukunftsperspektiven der Eingliederungen zu sichern, wie sie im Konzept Reha-KomIn® des Berufsförderungswerkes festgelegt wurden. Dabei gehe es um den weiteren Ausbau individueller Leistungsangebote, verstärkte Kundenorientierung, Sicherung der Qualität und weitere Innovationen im Bereich der Zusammenarbeit mit Unternehmen. Das BFW müsse sich aber auch intern neu aufstellen, betont Fuchs. Die meisten Mitarbeiter seien bereits von Anfang an dabei, viele gehen bald in den Ruhestand. Die anstehende Verjüngung sieht Fuchs als eine wesentliche Zukunftsaufgabe, um die Aufgabenerfüllung in einer mittelfristigen Perspektive zu sichern. Für die Dienstleistungen des BFW seien qualifizierte und engagierte Mitarbeiter entscheidend, die auf dem Fundament vorhandener Erfahrungen für und mit dem einzelnen behinderten Menschen arbeiten. Eine Hausaufgabe dazu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter dem Stichwort Reha-Futur formuliert. Die Berufsförderungswerke sollen sich künftig „konsequent auf die individuellen Bedürfnisse der behinderten Menschen“ ausrichten. Im Mittelpunkt stehe die Aktivierung der Leistungsberechtigten durch Eigenverantwortung, aktive Beteiligung im Reha-Prozess, Persönlichkeitsentwicklung, Nutzung vorhandener Potentiale durch individuelle Gestaltung des Reha-Prozesses. Dabei gelte es auch, die gute betriebswirtschaftliche Situation des BFW zu erhalten.
Qualifizieren im Hinblick auf den Fachkräftemangel
Die wirtschaftlichen Aussichten stehen nach Fuchs‘ Erwartung günstig für die Absolventen des Berufsförderungswerkes. Das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main leiste einen wesentlichen Beitrag, um den für Viele nicht erkennbaren Fachkräfte- und Lehrlingsmangel, der sich trotz Wirtschaftsflaute als Krise hinter der Krise verbirgt, abzumildern. Diese fehlenden gut ausgebildeten Arbeitskräfte bedrohten sogar den derzeit ersehnten Aufschwung. Es seien nicht nur die Ingenieure, die fehlen, sondern auch viele Facharbeiter und Handwerksberufe, in denen das Berufsförderungswerk ganz besondere Kompetenzen über die Jahre deutlich gemacht habe.
Defizite in den Kulturtechniken
Da zurzeit 20 bis 25 Prozent der Schulabgänger mangelnde Kenntnisse in den klassischen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen haben und damit ihre Beschäftigungsfähigkeit sehr unterentwickelt sei, könne das Berufsförderungswerk gerade in diesem Bereich zu einem späteren Zeitpunkt durch seine Möglichkeiten erhebliches leisten. Die Zahlen der Industrie- und Handelskammern machten deutlich, dass ein möglicher Aufschwung in den Wirtschaftszentren, wie im Rhein-Main-Gebiet, auf einen Arbeitsmarkt treffen werde, bei dem besonders viele Fachkräfte in unternehmensnahen Dienstleistungen, Elektrotechnik und Maschinenbau fehlen.
Eine Kultur der Achtsamkeit
Leitmaxime seiner Tätigkeit als BFW-Geschäftsführer sei es, einerseits die Selbstverantwortung der behinderten Menschen so zu stärken und zu entwickeln, dass sie mit einer guten Qualifikation ihren eigenen Eingliederungsweg aktiv gestalten können und andererseits die Zusammenarbeit mit Unternehmen in den unterschiedlichsten Formen zu praktizieren, um unmittelbar den Arbeitskräftebedarf für die Unternehmen durch das Berufsförderungswerk und seine Absolventen abzudecken. Eine Grundüberlegung hat Fuchs über die mehr als drei Jahrzehnte Tätigkeit in der beruflichen Rehabilitation immer begleitet: „Es ist erstaunlich, wie viel Gutes Menschen in die Welt bringen, aber es ist auch erstaunlich, wie viel Schaden Menschen der Welt zugefügt haben und das in einer relativ kurzen Zeit. Dies lässt sich nur überwinden – und das gilt auch für das tägliche Arbeiten in einem Unternehmen und die damit verbundenen Ziele – wenn die Konsequenzen unserer Achtlosigkeit und unserer Gleichgültigkeit überwunden werden und wir eine Fähigkeit zur Wahrnehmung und zur Achtsamkeit entwickeln, um mit unserem täglichen Tun unsere Möglichkeiten in vollem Ausmaß nutzen zu können.“


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