Berufsförderungswerk Frankfurt am Main

Kompetenz für Integration

Reha-KomIn®

Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) im BFW Frankfurt

Erweiterung des Geräteparks schafft zusätzliche Angebote zur Stabilisierung der Gesundheit und der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Medizinische Trainingstherapie (MTT)

v.l. Karin Rathmann (BFW-Physiotherapeutin) beim Training mit einer Teilnehmerin

Das Ziel aller im Berufsförderungswerk Frankfurt angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen ist die Integration von behinderten Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Zum Erreichen dieses Ziels ist es erforderlich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ganzheitliche Integrationskompetenz erlangen. Diese setzt sich aus den fünf zentralen Kompetenzen Fachkompetenz (job-fit), Lernkompetenz (brain-fit), Sozialkompetenz (social-fit), Arbeitsmarkt- und Selbstmarketingkompetenz (market-fit) und der Leistungs- und Gesundheitskompetenz (health-fit) zusammen. Da gesundheitliche Einschränkungen in den meisten Fällen den Auslöser für eine berufliche Neuorientierung darstellen, liegt ein besonderer Schwerpunkt nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation auf dem Erhalt bzw. der Verbesserung des Gesundheitszustandes der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Aus diesem Grund bietet das BFW Frankfurt mit seinen Besonderen Hilfen qualifizierungsbegleitende Unterstützungsangebote aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Coaching/Sozialpädagogik, Ernährungsberatung, Gebärdensprachdolmetschen oder der Physiotherapie inkl. der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) an. Aus Anlass der Erweiterung des Geräteparks möchte bfw-aktuell das Thema Medizinische Trainingstherapie (MTT) etwas näher beleuchten und hat sich dazu mit Karin Rathmann, Physiotherapeutin im BFW verabredet.

bfw-aktuell

Frau Rathmann, was ist unter der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) zu verstehen?

Karin Rathmann

Die Medizinische Trainingstherapie wird eingesetzt, um die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Teilnehmer teilweise oder vollständig wieder herzustellen. Das eingesetzte Therapiemittel ist die Bewegung – also das Training. Dabei kommen Methoden zum Einsatz, welche die Kraft, die Ausdauer und die Koordination verbessern.

Unter physiotherapeutischer Anleitung lernen die Teilnehmer während ihrer frühen medizinischen Rehabilitationsphase die Übungen, um nach einer Verletzung oder einer Operation die ersten Bewegungen wieder ausführen zu können. Die Medizinische Trainingstherapie stellt zu diesem Übungsprogramm eine sinnvolle Ergänzung dar. Für das Gerätetraining in der Medizinischen Trainingstherapie erarbeiten unsere Physiotherapeutinnen individuelle Trainingsprogramme für die einzelnen Teilnehmer.

Aufgrund der hochwertigen Geräteausstattung lassen sich die Trainingsgewichte optimal auf die Therapieziele abstimmen, sodass eine sinnvolle Belastungsdosierung erreicht wird. Der Gerätepark wird vervollständigt durch eine Vielzahl verschiedener Ergometer, die besonders für den Ausdauerbereich geeignet sind.

bfw-aktuell

Wie läuft eine Medizinische Trainingstherapie ab?

Karin Rathmann

Die Trainingseinheiten werden individuell auf den jeweiligen Teilnehmer abgestimmt und variieren je nach Trainingsziel in Dauer, Umfang, Intensität und Häufigkeit.

Diese Therapie muss vom Arzt verschrieben werden. Bevor die Therapie beginnen kann, stellen Funktionstests die Belastbarkeit der Teilnehmer fest. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickeln wir dann das Trainingsprogramm für den jeweiligen Teilnehmer.

bfw-aktuell

Für wen ist die Trainingstherapie geeignet?

Karin Rathmann

Die Trainingstherapie ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer geeignet, die Muskeldefizite im Bereich Ausdauer, Kraft und Koordination haben. Dies kann zum Beispiel nach einer Hüftoperation, bei einem Kreuzbandschaden oder bei Gelenkverschleiß der Fall sein. Ebenso sind behinderte Menschen mit chronischen Erkrankungen, die eine verminderte Leistungsfähigkeit mit sich bringen, für diese Therapie geeignet.

bfw-aktuell

Wo liegt der Unterschied zwischen der Physiotherapie und der Medizinischen Therapie?

Karin Rathmann

Die Medizinische Trainingstherapie ist ein Bestandteil der Physiotherapie. Unter Physiotherapie bzw. Krankengymnastik stellen sich viele Menschen vor, dass man Übungen auf dem Boden macht oder von einem Krankengymnast auf einer Therapieliege „behandelt“ wird.

In der ersten Phase der medizinischen Rehabilitation führen Physiotherapeuten komplexe Übungen durch, damit der Patient wieder die Kontrolle über seinen Körper zurück erhält bzw. seinen alltäglichen Belastungen wieder gewachsen ist. Hier spielen Aspekte wie das Beheben von Mobilitätsdefiziten, Anbahnung funktioneller Bewegungen und Schmerzlinderung eine große Rolle.

Begleitend bzw. im Anschluss an eine solche erste Rehabilitationsphase wird häufig die Medizinische Trainingstherapie eingesetzt. Sie ist ein individuelles, gerätegestütztes, auf funktionelle Aspekte ausgerichtetes Muskelaufbautraining. Ziel der Medizinischen Trainingstherapie ist es, den für den Teilnehmer optimalen Gesundheitszustand zu erreichen und zu stabilisieren. Dies bedeutet letztendlich, dass eine aktive Teilnahme in allen Lebensbereichen wieder ermöglicht wird.

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Nimmt die Medizinische Trainingstherapie positiven Einfluss auf den physischen und psychischen Allgemeinzustand und dessen Leistungsfähigkeit der Teilnehmerin / des Teilnehmers?

Karin Rathmann

Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren „Ja“ beantworten. Nicht nur dass bei regelmäßigem Training die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainiert wird, sondern wissenschaftliche Studien haben auch erwiesen, dass Bewegung und Sport in jeglicher Form positive Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden und die geistige Leistungsfähigkeit haben. Die Medizinische Trainingstherapie ist ein wichtiger Baustein aus dem Leistungsangebot der Besonderen Hilfen, die auch starken Einfluss auf die Erlangung einer ganzheitlichen Integrationskompetenz nimmt. Neben den schon genannten positiven Auswirkungen auf den Körper ist die Medizinische Trainingstherapie auch hilfreich bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Wer sich in seinem Körper wohl fühlt, strahlt ein höheres Selbstbewusstsein aus und ist auch in allen anderen Bereichen meist leistungsfähiger.

Als letzter Punkt wäre noch die Anleitung zum unterstützten Selbsttraining zu nennen, die unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier erlernen, damit auch nach der Qualifizierung hier im BFW das Training entweder in einem Trainingszentrum oder einem Fitnessstudio fortgeführt werden kann. Dies fördert unter anderem die lang anhaltende Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen.

bfw-aktuell

Vielen Dank für das Gespräch.


Medizinische Trainingstherapie (MTT) Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Umfangreicher Gerätepark für die verschiedensten Anwendungen


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