Berufsförderungswerk Frankfurt am Main

Kompetenz für Integration

Reha-KomIn®

Anpassung des Leistungsangebotsportfolios

Kurzqualifizierungen jetzt mit IHK-Zertifikat
Neue Modulare Qualifizierungen (MoQua)

Martin Alsheimer, Mitglied der Unternehmensleitung sowie Geschäftsbereichsleiter Lernunternehmen/Qualifizierung Oberstes Ziel jeder vom Berufsförderungswerk Frankfurt am Main angebotenen Qualifizierungsmaßnahme ist die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt. Dieser unterliegt jedoch einem stetigen Wandel, der auf den Strukturwandel der Wirtschaft, der die Basis für eine neuartige Differenzierung von Tätigkeiten und Arbeitsverhältnissen legt, sowie Prozesse des gesellschaftlichen Wandels, in dem sich auch die Ansprüche der Arbeitnehmer an die Beschäftigungsverhältnisse verändern und differenzieren, zurückzuführen ist.

Daher ist es notwendig in regelmäßigen Abständen alle Qualifizierungen auf den Prüfstand zu stellen und zu analysieren. Die Ergebnisse aus den Analysen verknüpft mit Bedarfen der Reha-Träger und Unternehmen fließen wiederum in das Angebotsportfolio des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main ein und verändern dieses.

Welche Änderungen seit Anfang dieses Jahres in Kraft getreten sind und warum, erfahren Sie nachfolgend im Gespräch mit Martin Alsheimer, Mitglied der Unternehmensleitung sowie Geschäftsbereichsleiter Lernunternehmen/Qualifizierung.

bfw-aktuell
„Herr Alsheimer, die angebotenen Leistungsangebote des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main unterlagen Ende 2011 einer Prüfung und Anpassung. So wurden zum Beispiel die Qualifizierungen mit anderen Abschlüssen (Kurzqualifizierungen) modifiziert. Welche Beweggründe haben zu diesen Veränderungen geführt? Welche Vorteile ergeben sich daraus für unsere Absolventen bzw. für zukünftige Arbeitgeber?

Martin Alsheimer
“Ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung von Leistungsangeboten ist der stetige Erfahrungsaustausch mit Unternehmen und Reha-Trägern. Dabei werden die Bedarfe des Arbeitsmarktes mit den Anforderungen an die Qualifizierungen abgeglichen. Absolute Priorität bei der Implementierung neuer Angebotsprodukte hat dabei die Integration unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt. Diese Zielrichtung ist bei der Einführung neuer Angebote, oder in unserem Fall, bei der Weiterentwicklung unserer Kurzqualifizierung das wesentliche Kriterium. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir unsere Qualifizierungen mit anderen Abschlüssen analysiert und unsere Kurzqualifizierungen weiterentwickelt.

Nach der Auswertung von Rückmeldungen aus Unternehmen und Reha-Trägern haben wir uns mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg zusammengesetzt mit dem Ergebnis, dass ab sofort unsere Kurzqualifizierungen mit einer Zertifikatsprüfung enden und mit einem IHK-Zertifikat ausgestattet sind.

Vorteile für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergeben sich dadurch, dass Sie neben dem Zeugnis des BFWs bei bestandener Zertifikatsprüfung auch ein IHK-Zertifikat erhalten, welches aufgrund seiner Transparenz und Vergleichbarkeit bei Arbeitgebern geschätzt wird. Daneben erhalten unsere Absolventinnen und Absolventen zusätzlich ein Zeugnis personaler Kompetenzen des Berufsförderungswerkes Frankfurt am Main. Somit sind diese im sogenannten „Bewerbungskonkurrenzkampf“ gut aufgestellt. Wir gehen davon aus, dass sich die Integrationschancen für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dadurch weiter erhöhen.“

bfw-aktuell
„Die Just-in-Time Qualifizierungen haben auch starke Veränderungen erfahren. So werden die bisher separat aufgegliederten Kurzzeitmaßnahmen, wie z.B. der Kaufmännische Assistent für Dienstleistungsbetriebe oder die Teamassistentin zusammengefasst und als „Kaufmännische Assisstenten für kleine und mittlere Unternehmen“ angeboten. Die bisherige wöchentliche Aufnahme verändert sich in eine monatliche Aufnahme. Aus welchen Gründen haben Sie sich für diese Veränderungen entschlossen?“

Martin Alsheimer
„Nach Rücksprachen mit verschiedenen Unternehmen und ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben wir die Erkenntnisse in die Weiterentwicklung unserer Leistungsangebote einfließen lassen. Im realen Berufsleben lassen sich gerade bei den bisher unterschiedlich angebotenen Spezialisierungsrichtungen des kaufmännischen Assistenten die Tätigkeitsfelder oftmals nicht abgrenzen. So fallen in diesen meist kleineren oder mittelgroßen Betrieben kaufmännische Tätigkeiten aller Ausprägungen an. Daher haben wir das Qualifizierungskonzept auf ein breiteres Fundament gestellt. Mit dem Angebot des Kaufmännischen Assistenten für kleine und mittlere Unternehmen haben wir eine Kurzqualifizierung im Programm, welcher für die Deckung des Fachkräftebedarfs und den Bedürfnissen gerade für ältere behinderte Mensch mit vormals handwerklichen Berufen interessant sein könnte. Sie bekommen kaufmännische Basiskompetenzen vermittelt, die sie dazu befähigen werden, unterschiedliche kaufmännische Tätigkeiten zu erledigen. Fokussiert auf den Arbeitsplatz folgen im Anschluss noch integrationsorientierte kaufmännische Vertiefungsmodule. Wenn sie dann noch ihr vorhandenes Wissen aus der ehemaligen Tätigkeit mit einfließen lassen können, so stellt dies die idealste Lösung dar. Aufgrund der zu vermittelnden Qualifizierungsmodule des Kaufmännischen Assistenten haben wir uns dazu entschlossen, die wöchentliche Aufnahme in eine monatliche Aufnahme umzugestalten. Dies stellt neben den organisatorischen Erleichterungen auch für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Verbesserung der Gruppendynamik im Lernunternehmen dar. So können sich diese auf feste Termine einstellen, an denen neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Lernunternehmen einsteigen.“

bfw-aktuell
„Die Modularen Qualifizierungen (MoQua) ergänzen das Angebotsportfolio des Berufsförderungswerkes. Was sind die Besonderheiten dieser Maßnahmen?“

Martin Alsheimer
„In technischen Berufen, in denen markttypische Software eingesetzt wird, ist eine stetige, auf den aktuellen Arbeitsmarkterfordernissen basierende Fortbildung Grundvoraussetzung für die langfristige Erhaltung und Sicherung des Arbeitsplatzes. Was heute noch aktuell erscheint, ist morgen schon durch neue technische Errungenschaften veraltet. Daher haben wir uns entschlossen, für den Beruf des Technischen Produktdesigners, ehemals Technischer Zeichner, einzelne Qualifizierungsmodule aus den marktführenden CAD-Programmen Autodesk AutoCAD und Autodesk Inventor anzubieten. Neben den CAD-Modulen bietet das Berufsförderungswerk auch ein Modul SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) an, welches für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzipiert wurden, die in elektrotechnischen Zusammenhängen ihren Arbeitsplatz haben und mit speicherprogrammierbaren Steuerungen arbeiten.

Zum Abschluss möchte ich noch ein attraktives Qualifizierungsangebot für Arbeitgeber erwähnen. In enger Kooperation mit dem jeweiligen Unternehmen entwickeln wir individuelle, auf den zukünftigen Arbeitsplatz ausgerichtete Qualifizierungen, die mit oder ohne betriebliche Phase durchgeführt werden können. Diese arbeitsplatzspezifischen Qualifizierungen runden das Angebot der modularen Qualifizierungen ab.“

bfw-aktuell
„Vielen Dank für das Gespräch“

Weitere Informationen:


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